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„30 Nationen – 1 Verein“

Mit Hanno Settele

Hanno Settele in Wien, und Oliver Polzer in Vorarlberg, geben in dieser Dok1 Einblicke in den „Kosmos Hobbyverein“ und stellen jene Menschen vor, die still und leise im Hintergrund werken. In den mehr als 2000 österreichischen Fußballvereinen lernen Kinder und Jugendliche nicht nur Fußballspielen. Hier begegnen sich unterschiedliche Nationen, Kulturen und Milieus und so ganz nebenbei leisten die Vereine und ihre großteils ehrenamtlichen Mitarbeiter Sozial- und Erziehungsarbeit und erfüllen unschätzbare Integrationsaufgaben. Allein im Post SV kommen derzeit an die 30 Nationen zusammen.  
Junge Menschen lernen hier idealerweise Manieren, Respekt und Toleranz, sehen etwas von der Welt, werden in der Abnabelungsphase vom Elternhaus begleitet und profitieren auch im späteren Leben von Fitness, Teamplay und Disziplin. 
Viele Österreicherinnen und Österreicher leisten hunderte Stunden wenig bis gar nicht bezahlter Arbeit für diese Vereine. Tore aufbauen und Netze flicken, Linien ziehen und Rasen reparieren, Mannschaftsdressen pflegen und Geld aufstellen – all diese und noch viel mehr Arbeiten muss schließlich jemand machen.  
50 bis 60 unbezahlte Arbeitsstunden pro Woche - das leistet beispielsweise der Pensionist Rudolf Szanwald: Anstatt gemütlich in seinem Schrebergarten zu liegen, wäscht, trocknet und faltet er nach jedem Match-Wochenende die Mannschaftsdressen des Wiener Post-Sportvereins. Warum er das macht, wird schnell klar: Sein Verein braucht ihn. Ende der Diskussion.
Der 9-jährige Nael hat große Pläne: er möchte einmal bei Real Madrid spielen. Seine Mutter Julia unterstützt ihn, wo sie nur kann - als Alleinerzieherin schätzt sie es, dass ihr Sohn eine gesunde Leidenschaft gefunden hat. Ein weiterer Vorteil: Der viersprachige Nael kommt am Postplatz mit vielen anderen Kindern zusammen, die, so wie er, Verwandtschaft in verschiedenen Ländern haben. 
Der ukrainische Flüchtling Anton (10) ist erst seit drei Wochen beim Post SV und darf sein erstes Match spielen. Die Mannschaft hat ihn mit offenen Armen aufgenommen und Anton steht schon mit einem breiten Grinsen am Feld. 
Dem siebzehnjährigen Nachwuchstalent Lorenzo lehrte das Leben in einer Mannschaft  eisernen Willen und Ausdauer. Der ehemalige Sängerknabe spielt Klavier und macht nächstes Jahr die Matura. Daneben trainiert er als Jüngster in der Kampfmannschaft mit 18- bis 36-jährigen Männern. Sein Verein: Der Post SV in Wien Hernals. Mama Jane unterstützt ihn, wo sie kann.
Auch bei Ärztin Johanna Helm ist der Verein Teil des Familienlebens - ihr Mann Peter, ein hauptberuflicher Chemiker, hat die gemeinsamen Söhne vor dreißig Jahren zum Fußballplatz gebracht und ist dort eigentlich nie wieder weggekommen. Als Spielervater, Trainer und Vereinsfunktionär hat er den Großteil seiner Freizeit am Postplatz verbracht. Heute ist er sportlicher Leiter für den Nachwuchs und rund um die Uhr, alle Tage der Woche erreichbar. Ehrenamtlich natürlich, wie er Hanno Settele erzählt.
Als Kontrast zum großen Postplatz in Wien zeigt uns Oliver Polzer in Vorarlberg, wie so ein Verein am anderen Ende von Österreich in einem kleinen Bergdorf ausschauen kann. Dort kämpft man vor allem um Nachwuchs - die sechs Buben der Jugendmannschaft des Fraxern FC beispielsweise wünschen sich ausreichend Kolleg:innen, um eine richtige Mannschaft bilden zu können. Leider kommen in dem kleinen Bergdorf nur wenige Kinder zur Welt. 

Diese Doku zeigt: Ob in Wien oder hinterm Arlberg, Buben oder Mädchen, Männer oder Frauen, arm oder reich, jung oder alt - eines ist unbestritten: Fußball verbindet. 
 

 

 

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